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Reisebericht Mittelmeer mit Kanaren – Mein Schiff Herz

Im Dezember 2018 ergreifte mich mal wieder das Meerweh und ich machte mich auf die Reise mit der Mein Schiff Herz (seinerzeit noch Mein Schiff 2). Nach meiner Dezemberreise im Vorjahr mit der AIDAperla, hatte ich mir überlegt, dass der Reisezeitraum (12.-23. Dezember) direkt vor Weihnachten eigentlich ideal ist. Da das Bedürfnis, den ganzen Tag in der Sonne liegen zu müssen nicht besonders groß ist, war der Reisezeitraum und die vielfältige Route perfekt für mich.

Die Route: Palma de Mallorca – Cadiz – Puerto del Rosario (Fuerteventura) – Arrecife (Lanzarote) – Agadir (Marokko) – Gibraltar – Barcelona – Palma de Mallorca

Die Mein Schiff 2 im Hafen von Palma de Mallorca.
Die Mein Schiff Herz im Hafen von Palma de Mallorca.

Tag 1 – Anreise

Mein Blick aus dem Flugzeug auf die Alpen.

Meine Reise begann, wie zu erwarten, am Flughafen. Genauer gesagt am Flughafen Münster/Osnabrück. Flüge und Kreuzfahrt hatte ich übrigens separat gebucht. Aufgrund meiner guten Erfahrungen mit der eigenen Anreise aus dem Vorjahr, entschied ich mich erneut dafür. Mit Eurowings landete ich schließlich auch überpünktlich auf Mallorca und konnte mich direkt auf den Weg zum Schiff machen. Anders als im Vorjahr, flog ich dieses Mal erst am Mittag, sodass ich gegen 14:00 Uhr im Bus zum Hafen saß. Die öffentliche Buslinie 1 startet direkt am Ausgang des Flughafens und endet am Hafeneingang. Von hier aus sind es etwa 15 MInuten Fußweg bis zum Schiff. Der Bus kostet für Touristen 5€ pro Strecke und fährt in der Regel alle 15 Minuten. Die Tickets gibts direkt beim Busfahrer.

An dieser Stelle soll natürlich auch nicht das fantastische Wetter unerwähnt bleiben. Mallorca begrüßte mich strahlendem Sonnenschein und 16 Grad. Am Morgen in Osnabrück lag die Temperatur noch knapp über dem Gefrierpunkt. Mein Outfit änderte sich im Laufe des Tages dementsprechend von Winterjacke zu T-Shirt.

Die Mein Schiff Herz erstrahlte ebenfalls im Hafen von Palma de Mallorca. Es war das einzige Kreuzfahrtschiff das an diesem Tag im Hafen lag. Mit einer Kapazität von rund 1.900 Passagieren und einer Länge von gut 260 Metern, ist der Anblick natürlich längst nicht so imposant wie bei aktuellen Neubauten die 300 Meter und länger sind. Aber genau das reizte mich auch an der Fahrt mit der Mein Schiff Herz. Nachdem ich einige Neubauten von TUI, AIDA oder auch Norwegian Cruise Line kennengelernt hatte, war ich gespannt auf das Leben auf einem verhältnismäßig älteren Schiff. Es wurde 1997 in der Papenburger Meyer Werft fertiggestellt und ist seit 2011 für TUI Cruises unterwegs.

Erster Eindruck

Meiner erster Eindruck war, trotz des Alters des Schiffes und der vielen kritischen Kommentaren die ich im Vorfeld gelesen hatte, besser als erwartet. Natürlich ist es kein Neubau und der letzte längere Werftaufenthalt liegt auch schon etwas zurück. Dennoch wird das Schiff, wie jedes andere, laufend in Stand gehalten.

Ein paar mehr Probleme scheinen eher die Toilettenspülungen zu machen. Allein am Anreisetag wurde auf der Kabine und über durchsagen mehrfach auf den richtigen Gebrauch von Klopapier etc. hingewiesen. Offenbar sind die Toielttenanlagen anfällig für Verstopfungen, die dann gleich mehrere Kabinen auf einmal treffen können.

Das Alter des Schiffes macht sich sonst hauptsächlich bei der Einrichtung und den Teppichen bemerkbar. An meiner Kabine gab es aber nichts auszusetzen.

Meine Kabine

Meine Innenkabine 12030. Fast jeden Tag fand sich auf dem Bett eine neue Überraschung.

Ich war in einer Innenkabine auf Deck 12 untergebracht. Genauer gesagt die Kabine Nummer 12030 im hinteren Teil des Schiffes. Mit der Kabine war ich rundum zufrieden und konnte auch keine Mängel feststellen. Der Fernseher und die Technik sind nicht so aktuell wie auf den Neubauten, aber erfüllen dennoch ihren Zweck. Für heutige Verhältnisse könnte es lediglich mehr Steckdosen geben. Abhilfe wird aber auch hier, in Form von ausleihbaren Steckdosenleisten, geschaffen.

Ansonsten ist die Kabine groß genug, bietet reichlich Stauraum und das Badezimmer ist genauso geräumig wie auf den neuen Schiffen.

Der Tag endete schließlich mit einer eher unspektakulären Bergüßungsparty am Pool und dem, um weiten schöneren, Auslaufen aus dem Hafen von Palma de Mallorca gegen 21:45 Uhr.

Tag 2 – Stürmischer Weg nach Cadiz

Bereits beim Auslaufen aus Mallorca hatte Kapitän Omar Caruana kräftigen Wind für die Nacht und den anschließenden Seetag auf dem Weg nach Cadiz angekündigt. Und so kam es auch.

In der Nacht hielt sich die Bewegung des Schiffes noch in Grenzen bzw. finde ich es persönlich gar nicht so schlimm in den Schlaf geschaukelt zu werden. Wind und Wellen kamen am nächsten Morgen von Vorne, in unserem Fall aus westlicher Richtung. Das Schiff erwischte die Wellen daher frontal. Neben ein paar ruckeligen Stößen ist das allerdings noch die angenehmere Variante von Seegang, auch wenn die Wellen teilweise über vier Meter hoch waren. Angesichts der dunklen Wolken und zwischenzeitlichen Regen sollte es ohnehin kein Poolwetter werden. Wer am Vormittag die Füße an die frische Luft setzte, merkte die kräftige Brise aber deutlich.

Spielabbruch beim Shuffelboard

Das Shuffleboard-Spielfeld auf dem Promenadendeck der Mein Schiff Herz.

Um die Zeit an dem grauen Seetag etwas zu vertreiben ging ich zum Shuffleboard spielen am Vormittag. Da das Ganze auf dem Promenadendeck stattfand, war es dort noch relativ windstill. Genügend Teilnehmer fanden sich auch und wir legten los. Nach mäßigem Beginn beider Teams kamen nach einer halben Stunde zwei Securitys, bewaffnet mit Gelb-Schwarzen Absperrband, auf das Promenadendeck. Nach einer kurzen Unterhaltung mit dem Gästeservice wurde schnell klar, dass unsere Partie an dieser Stelle beendet wurde. Wie sich ein paar Minuten durch eine Durchsage vom Kreuzfahrtdirektor herausstellte, wurden nun alle Außenbereiche für die Gäste gesperrt. Der Wind und insbesondere die Böen könnten den einen oder anderen schonmal von den Beinen holen. Hinzu kommt, dass natürlich auch das viele Mobilar an Deck bei dem Wind ins Rutschen kommen kann. Der Rest des Tages spielte sich dann im Inneren des Schiffes ab. Den Nachmittag nutzte ich, wie die meisten anderen, für das genauere Erkunden der Innenbereiche des Schiffes.

Treff für Alleinreisende

Da ich die Kreuzfahrt spontan alleine aufnehmen musste, schaute ich einfach mal beim Treffen für Alleinreisende am frühen Abend vorbei. Dieses Treffen findet übrigens in der Regel auf allen Reisen am ersten Seetag statt. Neben mir, nahmen auch rund 20 weitere Gäste Teil. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Gästeservice, etwas zu trinken sowie Häppchen, stellte sich jeder kurz vor. Mit meinen 27 Jahren war ich übrigens der jüngste in der Runde. Der Älteste war übrigens 82 Jahre alt.

Im Anschluss gingen die meisten von uns gemeinsam zum Abendessen ins Atlantik-Klassik. Dort sind im übrigen jeden Abend mindestens zwei Tische ausschließlich für Alleinreisende reserviert. Wer alleine auf der Kreuzfahrt unterwegs ist, kann also spätestens hier bei Bedarf Anschluss finden und Gleichgesinnte kennen lernen. In dieser geselligen Runde ließen wir den Abend dann entspannt ausklingen.

Tag 3 – Endlich wieder frische Luft

Am dritten Tag unserer Reise erreichten wir unser erstes Reiseziel. Das Wetter hatte sich inzwischen merklich beruhigt und wir wurden mit leichter Verspätung in Cadiz empfangen. Die Sonne durfte dabei in Südspanien natürlich nicht fehlen.

Mein Wecker blieb, nach einem langen Abend am Vortag, heute ruhig. Große Unternehmungen hatte ich ohnehin nicht geplant.

Der Morgen in Cadiz. Im Hintergrund ist die Viking Sun zu sehen.

Fisch zum Mittag – Gosch Restaurant

So richtig in den Tag startete ich auch erst mit dem Mittagessen im Gosch Restaurant. Das äußerst beliebte Fischrestaurant ist besonders an Seetagen immer voll. Wer, so wie ich, keine Lust auf lange Wartezeiten hat, besucht das Restaurant am Besten Mittags an einem der Hafentage. Ich konnte so gegen 12:00 Uhr direkt Platz nehmen. Wie so viele andere, esse ich auch gerne Fisch und kenne das Gosch-Restaurant bereits von der Mein Schiff 6. – Ab der Mein Schiff 1 ist das Fischrestaurant übrigens unter dem Namen Fischmarkt bekannt und bietet auch ohne den Namen Gosch eine schöne Auswahl à la carte. – Apropos à la carte, anders als auf anderen Schiffen der Flotte ist das Gosch Restaurant ein reines a la carte Restaurant. Mir persönlich gefällt die gemischte Variante aus à la carte und Buffet, wie zum Beispiel auf der Mein Schiff 6, besser. Nun aber zum wichtigsten, dem Essen.

Ich wählte als Vorspeise einen Gurkensalat und die Tagessupppe, in diesem Fall eine Spinatsuppe mit scharfen Garnelen, als Hauptgericht den Grillteller mit verschiedenen Fischvariationen und als Dessert Milchreis mit Zucker und Zimt.

Während mich die Suppe geschmacklich vollends überzeugte fehlte mir beim Grillteller etwas “Liebe”. Letztendlich waren es verschiedene Stücke Fisch, teilweise paniert oder auch gebraten, die auf einem Teller, zusammen mit Salat und Remouladensauce gestapelt wurden. Trotz der verschiedenen Fische, war es geschmacklich relativ eintönig. In diesem Fall ist vielleicht doch eines der anderen Hauptgerichte die bessere Wahl. Der Milchreis war wiederum gut und für meine Verhältnisse genau richtig mit Zimt und Zucker verfeinert.

Gut gestärkt konnte ich mir dann in Cadiz noch etwas die Beine vertreten. Angesichts der Seetage vor und nach Cadiz war ein bisschen Bewegung auch nicht verkehrt.

Cadiz umrundet

Nach einem kurzen Blick auf Google Maps überlegte ich mir einmal entlang der Wasserkante die Innenstadt von Cadiz zu umrunden. Aufgrund der Lage und der Größe der Stadt lässt sich fast alles schnell zu Fuß erreichen.

Neben uns lag zeitgleich die Viking Sun im Hafen. Ein Schiff, das mich komischerweise auf meinen Reisen verfolgt. Ich hatte es in diesem Jahr bereits in Kopenhagen und beim Rostock Cruise Festival in Warnemünde gesehen.

Cadiz wird von einer schützenden Mauer gegen die Fluten umragt.

Mein Rundgang führte mich zunächst entlang der Promenade an der befestigten Küste weiter in Richtung Castillo de Santa Catalania von hier aus waren es nur noch ein paar Meter bis zum Strand. Angesichts der Temperatur von 14 Grad, gepaart mit frischem Wind, war am Strand wenig los. Etwas ungewollt kam ich dabei dem Wasser näher als ich wollte. Beim Versuch ein paar schöne Fotos von der Brandung zu machen, erwischte mich eine kleinere Welle unerwartet und schon Stand ich mit meinen Schuhen im Wasser. Zum Glück hatte ich meine wetterfesten Schuhe an, die schlimmeres verhinderten. Meine Socken blieben weitestgehend trocken. Lediglich meine Hosenbeine sind dabei nass geworden. Auf alle Fälle flüchtete ich schnell aus der Gefahrenzone. Sowohl Schuhe als auch Hose konnten dann auf meinem weiteren Weg zur Cathedrale von Cadiz trocknen.

Die Cathedrale von Cadiz.

Gut vier Kilometer nach meinem Start erreichte ich diese dann auch. Sie liegt übrigens an einer der schmalsten Stellen der Halbinsel auf der Cadiz liegt und ist nur 50 Meter vom Meer bzw. knapp 500 Meter vom Hafen auf der anderen Seite entfernt. Um Sie herum erschließt sich die Altstadt von Cadiz. Mit zahlreichen Einkaufsgelegenheiten und Cafés lässt es sich den Tag ebenfalls wunderbar verbringen.

Die Altstadt von Cadiz ist von vielen schönen Gassen geprägt.

Nach gut zwei Stunden endete hier auch schon wieder mein Tour durch Cadiz. Zum Abendessen traf mich mich erneut mit einigen anderen Alleinreisenden im Atlantik-Klassik und verschwand am Abend deutlich früher im Bett.

Tag 4 – Sonniger Seetag

Nach unserem ersten Stopp machten wir uns weiter auf den Weg in wärmere Gefilde. Doch bevor wir das nächste Ziel, Puerto del Rosario auf Fuerteventura, erreichen konnten, lag ein weiterer entspannter Seetag vor uns.

Länder und Leute

Seetag an Bord der Mein Schiff 2.
Seetag an Bord der Mein Schiff Herz.

Neben viel Zeit zum Ausschlafen, auch Dank der Zeitumstellung, bietet so ein Seetag natürlich auch jede Menge Gelegenheit das Schiff zu erkunden und das umfangreiche Tagesprogramm zu nutzen. Dazu zählt auf der gesamten Reise zum Beispiel die Informationsvorträge von Lektor Prof. Hans Müller, der im Theater über das jeweils nächste Reiseziel informierte. In diesem Fall Fuerteventura und Lanzarote. Neben geschichtlichen und kulturellen Informationen und Hinweise, spielten auch jede Menge Tipps für Unternehmungen eine Rolle. Prof. Müller hat schon viel von der Welt gesehen und vermittelte daher immer einen guten und vor allem kompakten Überblick über die Reiseziele. Für alle, die sich im Vorfeld der Reise weniger mit den Reisezielen befassen, ist es die ideale Möglichkeit um mehr über Land und Leute zu erfahren. Dank des Vortrags verging der Vormittag wie im Flug.

Mittagessen im La Vela

Logischerweise folgte darauf das Mittagessen, für das ich ins italienische Restaurant an Bord, das La Vela, ging. Es befindet sich an der Außenalster Bar auf Deck 11, direkt gegenüber vom Gosch Restaurant. Neben wechselnden Tagesangeboten und Pizza, kann man sich hier auch nach Wunsch Nudelgerichte zubereiten lassen. Ich entschied mich für die Tagessuppe (Kartoffelsuppe mit Majoran) und die Pizza Nobile mit Räucherlachs und Ruccola. An beidem gab es, wie zuvor erwartet, wenig auszusetzen.

Entspannung pur

Zu einem guten Seetag gehört natürlich auch immer die Chance einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Ich genieße es sogar das Handy an diesen Tagen einfach mal auszuschalten und wirklich zu entspannen. Das Wetter tat sein übriges und war bereits ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns auf den Kanaren und in Marokko erwarten sollte. Mein Lieblingsplatz an Bord der Mein Schiff Herz sind übrigens die Hängematten auch Deck 14 mit Blick auf das Pooldeck. Um trotzdem auch ein wenig körperlich aktive zu sein, spielte ich am späten Nachmittag noch eine Runde Shuffleboard mit Gleichgesinnten.

Der Seegang hielt sich übrigens, im Vergleich zum ersten Seetag in Grenzen und war daher für mich sowie die meisten anderen kein Problem. Im Gegenteil mag ich sogar eine leichte Bewegung. So weiß man immer, das man sich auf einem Schiff befindet auch wenn es häufig den Eindruck einer schwimmenden Stadt macht.

Nach dem obligatorischen Abendessen mit den anderen Alleinreisenden wollte ich den Abend dann im Theater mit der Show Comedian Harmonists verbringen.

Comedian Harmonists

Die Shows im Theater auf Deck 6 und 7 beginnen immer um 21:30 Uhr. So kann man immer entspannt Abendessen und den Tag entspannt ausklingen lassen. Generell gehe ich aber selten in das Theater an Bord. Heute war ich aber dafür umso mehr gespannt. Vor gut zwei Jahren hatte ich die Comedian Harmonists bereits einmal zu Hause im richtigen Theater und war seinerzeit mehr als begeistert. Meine Erwartungen waren daher nicht gerade gering und wurden auch leider enttäuscht.

Das lag vor allem daran, dass schnell deutlich wurde, das die Lieder allesamt Playback gesungen wurden. Die Story war wiederum gut gemacht und bot einen kurzen Einblick in die Geschichte und die Herausforderungen der jungen Musiker seinerzeit. Nichtsdestotrotz erwarte ich bei einem Stück, beim dem die Musik im Vordergrund steht, dass auch live gesungen wird. Die Lieder der Comedian Harmonists geben es einfach her. Wenn gleich natürlich auch ein entsprechendes männliches Musikensemble an Bord sein muss. An dieser Stelle würde ich dann eher sagen lieber gar nicht, als Playback. Mit diesem Eindruck war ich aber vermutlich relativ allein, die meisten und vor allem älteren Gäste, sangen bei den Ohrwürmern wie “Veronica der Lenz ist da” oder “Mein kleiner grüner Kaktus” mit und klatschten im Takt.

Schneller als man denkt war der Seetag damit schon wieder vorbei und die Vorfreude auf die drei warmen Reiseziele in Folge stieg.

Tag 5 – Frühsport auf Fuerteventura

Als ich am Morgen aufwachte, hatten wir Fuerteventura bereits erreicht. Da ich mir noch vor dem Frühstück etwas die Beine vertreten wollte, verließ ich das Schiff für eine Joggingrunde bereits gegen 8:30 Uhr.

Durch Stadt und Natur

Mit landesfarben am Bug: Die Oriana von P&O Cruises.
Mit landesfarben am Bug: Die Oriana von P&O Cruises.

Zwar gibt es auch eine etwa 140 Meter lange Joggingstrecke an Bord, so ist das Laufen an Land aber um einiges schöner. Insbesondere dann, wenn man nebenbei eine Stadt, in diesem Fall Puerto del Rosario, erkunden kann. Mein Weg führte mich zunächst entlang des Hafens in Richtung Norden. Dabei entdeckte ich am gegenüberliegenden Kai die Oriana von P&O Cruises. Das Schiff wurde, genauso wie die Mein Schiff Herz, in Papenburg gebaut und bereits 1995 getauft. Die Reise der Oriana endet im Sommer 2019 allerdings vorerst. Sie verlässt dann die P&O Cruises Flotte. Ziel: noch unbekannt. Aber dies sei nur am Rande erwähnt.

Ich lief inzwischen weiter entlang der Strandpromenade. Dort lässt es sich gut entspannen und das Wetter genießen. Am Morgen zeigte das Thermometer auch bereits 15 Grad an und im Laufe des Tages sollte die Temperatur auf bis zu 22 Grad steigen.

Es war übrigens Sonntag und dementsprechend relativ wenig los in der Stadt. Daher fielen auf meiner Rundtour auch längere Stopps oder der Besuch des Einkaufszentrums Las Rotondas aus. Nichtsdestotrotz setzte ich meinen Weg quer durch die Stadt fort. Nach einigen hundert Metern bergauf war es dann Zeit für eine erste Verschnaufpause. Hier hatte ich freien Blick auf die Vulkanlandschaft von Fuerteventura. Da Puerto del Rosario selbst relativ wenig Schönes oder Sehenswürdigkeiten bietet, kann ich an dieser Stelle nur einen Ausflug in die Natur oder andere Orte auf der Insel empfehlen. Direkt am Anleger gibt es zum Beispiel einige Mietstationen um sich ein Auto oder andere Gefährte zu leihen.

Abkühlung am Strand.

Für mich ging es dann wieder bergab in Richtung des besagten Einkaufszentrums Las Rotondas und von hier aus wieder in Richtung Hafen. Dabei ließ ich mir allerdings nicht einen Abstecher zum nahegelegenen Strand entgehen. Der Playa del Pozo lädt definitiv auf ein kurzes Bad ein. Zwar sprang ich nicht direkt in die Fluten, aber zumindest meine Füße erfreuten sich über eine erfrischende Abkühlung. Vom Schiff aus sind es nur etwa 5-10 Minuten zu Fuß bis zum Strand. Mein kleiner Joggingausflug endete dann nach rund vier Kilometern wieder am Schiff. Den Rest des Tages verbrachte ich dann an Bord und nutzte das gute Wetter für weitere Fotos vom Schiff. Für den Abend war dann noch ein Weihnachtsmarkt trotz der sommerlichen Temperaturen auf dem Pooldeck angekündigt. Es war schließlich schon der dritte Advent.

Weihnachtsmarkt & Glühwein

Nach dem Auslaufen aus dem Hafen von Puerto del Rosario und einem weiteren malerischen Sonnenuntergang, verwandelte sich das Pooldeck in einen Weihnachtsmarkt. Neben der weihnachtlichen Dekoration an Bord, kam so das erste mal wirkliche Weihnachtsstimmung an Bord auf. Die Weihnachtsmärkte gibt es übrigens regelmäßig während der Adventszeit auf allen Schiffen der Flotte. Neben einer Showeinlage des Theaterensembles gab es jede Menge Naschereien von gebrannten Mandeln bis schokolierten Früchten. Glühwein durfte dabei natürlich auch nicht fehlen. Der Andrang hielt sich dabei aber in Grenzen. Vielleicht lag es an der Temperatur, vielleicht aber auch am Preis von 2,50€. Der Glühwein ist komischerweise nämlich nicht inklusive.

Schokolierte Früchte auf dem Weihnachtsmarkt am Pooldeck.
Schokolierte Früchte auf dem Weihnachtsmarkt am Pooldeck.

Nach gut vier Stunden erreichten wir dann am späten Abend auch schon Arrecife auf Lanzarote. Es stand uns damit eine entspannte Nacht im Hafen bevor. Am nächsten Morgen musste ich dann aber schon früh raus um meinen Ausflug mit dem Kayak nicht zu verpassen.

Tag 6 – Kajaktour vor Lanzarote

Einige Wochen vor der Reise hatte ich das Ausflugsangebot in der Mein Schiff App durchstöbert und bin dabei auf nur einen für mich wirklich interessanten Ausflug gestoßen: Eine Kayaktour an der Südküste von Lanzarote. Zu finden unter dem Titel „Kayakvergnügen auf Lanzarote“. Angesichts der begrenzten Teilnehmerzahl zögerte ich nicht lange und ergatterte den letzten Platz für 55€. Versprochen wurde eine dreistündige Kayaktour mit Strandbesuch und der Möglichkeit zum Schnorcheln. Ein Snack und der Transfer waren ebenfalls inklusive. Eine, wie sich später herausstellte, äußerst lohnenswerte Investition. Aber alles von vorne.

Sonne, Wellen, Kayak

Da der Ausflug um 8:45 Uhr startete, war an diesem Tag erstmals mein Wecker nötig. Dann folgte das übliche Prozedere: Aufstehen, Duschen, Frühstücken und ein Handtuch und Badehose packen. Mit meinem Ausflugsticket (lag bereits zu Beginn der Reise in meiner Kabine) begab ich mich zum Treffpunkt im Theater. Nachdem alle aus unserer fünfzehnköpfigen Gruppe da waren, wurden wir nach draußen zu unseren Bullis begleitet. Dort nahmen uns bereits zwei Mitarbeiter der Kayakbasis in Empfang und fuhren uns einmal quer über die Insel nach Castillo del Aguila. Eine dreiviertelstündige Fahrt durch die Natur von Lanzarote war damit praktisch inklusive.

Nach der Ankunft wurden wir dann von unserem Schweizer Tourguide äußerst freundlich in Empfang genommen.

Es folgte die Ausstattung mit Schwimmweste, Taucherbrille, Schnorchel und wasserdichten Taschen für den trockenen Transport von Handtüchern etc.. Nachdem alle bereit waren, verteilten wir uns auf die Kayaks. Da ich im Gegensatz zu allen anderen alleine war, konnte ich mir aussuchen ob ich ein eigenes Kayak nahm und mir eins mit dem Guide teilte. Ich hatte zwar noch keine große Kayakerfahrung, entschied mich aber dennoch für die Variante alleine zu paddeln. Es war letztendlich zwar die anstrengende, aber auch die schönere Variante. Doch vor dem Vergnügen kommt bekanntlich erst die Arbeit. Die Kayaks stehen schließlich nicht am Strand bereit und müssen dahin noch gerollt bzw. auf den letzten Metern getragen werden.

Nachdem auch dies gemeistert war, war es Zeit für die letzten Instruktionen und ein paar Trockenübungen um den richtigen Umgang mit dem Paddel zu lernen. Dann wurden wir nach und nach ins Wasser begleitet und zum richtigen Moment ins Meer gestoßen.

Gegen Wind und Wellen

Nachdem ich die Brandung erfolgreich überwunden hatte, konnte ich das Kayak etwas besser kennen lernen und unternahm die ersten kleinen Manöver. Es ging erstaunlich gut und ich hatte von Anfang an ein sehr sicheres Gefühl dabei. Die Kayaks sind natürlich auch für die Nutzung im offenen Meer ausgelegt und zum einem oben durchweg offen und etwas breiter als gewöhnlich.

Ein Schnappschuss von mir während unserer Kayak-Tour auf Lanzarote.
Ein Schnappschuss von mir während unserer Kayak-Tour auf Lanzarote.

Wenige Minuten später hatten es alle geschafft und unsere Tour startete in Richtung Osten. Vor uns lagen gut zwei Kilometer Strecke bis zu unserem zwischenziel, der Costa Papagayo. Nach einem ersten Schlenker merkte ich schnell, dass das Einerkayak deutlich mehr mühe machte. Durch den Kurswechsel kamen sowohl Wind als auch Wellen von vorne. Ich musste als kräftig dagegen paddeln und war froh, dass wir schon bald eine kurze Verschnaufpause einlegen. Dabei erzählte unser Guide uns mehr zur Landschaft und der Entstehung der kanarischen Inseln und machte nebenbei noch ein paar Bilder von uns. Den Link zu den Bildern bekamen wir übrigens im Anschluss auf eine kurze Anfrage per Mail kostenlos zur Verfügung gestellt. Eine schöne Idee, da alle außer mir auf das Mitnehmen einer Kamera verzichtet hatten. Die Bilder von meiner Action Cam siehst du übrigens in meinem Vlog. Nach einer knappen Stunde hatten wir es dann geschafft und die malerische Bucht rund um den Playa Papagayo lag vor uns. Angesichts der etwas unberechenbaren Brandung blieb uns hier nur ein relativ schmaler Weg zwischen den Steilhängen und Felsen um zum Strand zu gelangen. An deutlich ruhigeren Tagen kann man hingegen bis an die Felsen ranfahren und sie anfassen. Unser Guide fuhr also voraus und nahm uns dann nach und nach am Strand in Empfang. Angesichts der Brandung empfehle ich an dieser Stelle ein möglichst schnelles Aussteigen aus dem Kayak. Mit einer höheren Welle im Rücken kann es auch mal nass werden und das Kayak wird unkontrollierbar. Bis auf ein Paar schafften es alle unfallfrei an Land.

Zu gefährlich fürs Schnorcheln

Nun hatten wir etwas Zeit zur freien Verfügung. Während die einen die Steilklippen erklommen, blieben ich und auch ein paar andere am Strand. Mein eigentlicher Plan ein wenig ich der Bucht zu schnorcheln, stellte sich aber als zu gefährlich heraus. Immer wieder strömten höhere Wellen in die Bucht und machten selbst das Baden schwierig. Angesichts der vielen Felsen ein eher unberechenbares Unterfangen. Ein kurzes Bad ließ ich mit dennoch nicht nehmen. Bei der 22 Grad Außentemperatur und einer noch erträglichen Wassertemperatur von schätzungsweise 20 Grad, wollte ich mir die kurze Abkühlung nicht entgehen lassen. Unser Guide verteilte zeitgleich Wasser und einen Schokoriegel an jeden. So verging die Zeit wie im Flug und wir machten uns nach einer Dreiviertelstunde wieder bereit für den Rückweg. Das Paddeln gegen Wind und Wellen merkte ich zu diesem Zeitpunkt bereits in meinen Armen. Auf dem Rückweg hatten wir dann zum Glück Rückenwind und das paddeln wurde wieder etwas leichter. Zurück am Startpunkt mussten wir dann nur noch die Kayaks zurückbringen und wurden direkt im Anschluss wieder zum Schiff gefahren. Gegen 14:00 Uhr war ich dann wieder zurück auf der Kabine und brauchte erstmal eine Verschnaufpause. Die Kayakausflüge lassen sich übrigens auch einfach so unter kayaklanzarote.com buchen. Neben Kayak gibt es auch noch Stand up Paddling oder andere Ausflüge in die Natur. Für mich hat sich der Ausflug auf jeden Fall, trotz der Anstrengung, gelohnt.

Einfach schön – Queen Victoria

Die Queen Victoria von Cunard beim Auslaufen aus dem Hafen von Arrecife.
Die Queen Victoria von Cunard beim Auslaufen aus dem Hafen von Arrecife.

Neben uns im Hafen erblickte ich später noch die Queen Victoria von Cunard, die auf ihrer Kanarenrundreise ebenfalls in Arrecife halt machte. Die Schiffe von Cunard, allen voran die Queen Mary 2, sind mit ihrem klassisch eleganten Design immer wieder ein Hingucker für mich. Zum Glück lief die Queen Victoria schon kurz vor uns aus. So konnte ich das Schiff nochmal aus der Nähe betrachten und natürlich auch einige Fotos machen. Die Queen Victoria fehlte mir schließlich noch in meiner Bildersammlung.

Und so endete schon wieder ein weiterer Tag. Es war ja schon der letzte auf den Kanaren. Trotz aller Wehmut angesichts des angenehmen Klimas freute ich mich aber schon auf den folgenden Tag uns unser nächstes Ziel: Agadir in Marokko.

Tag 7 – Überraschung in Marokko

Mein Tag in Marokko begann im Prinzip schon am Vorabend. Denn die Landausflugsabteilung bot ein Flexticket an. Bedeutet: Man konnte sich nur aussuchen ob man vormittags oder nachmittags einen Ausflug machen wollte. Welcher Ausflug es dann würde entschied sich per Zufall bzw. je nachdem wie die Ausflüge bereits ausgelastet waren. Das Ziel erfuhr man dann erst am Abend durch das Ausflugsticket auf der Kabine. Das Ticket gab es zum Preis von 35€ und damit günstiger als jeden regulären Ausflug. Da ich noch nichts für Agadir geplant hatte und wir ohnehin im Industriehafen außerhalb liegen sollten, entschied ich mich spontan für den Kauf des Tickets und ließ mich überraschen. Es war übrigens auch das erste Mal, dass ich afrikanischen Boden betreten sollte.
Als ich am Abend in die Mein Schiff App schaute, stellte ich fest, dass ich am nächsten Tag nach Taroudant fahren durfte. Die Stadt ist etwa 1 1/2 Stunden Busfahrt von Agadir entfernt.

Da der Ausflug erst am Nachmittag startete, konnte ich entspannt ausschlafen. So hatte ich auch keine Probleme mit dem wieder Vorstellen der Uhr. Die paar Stunden am Morgen nutzte ich dann für das Frühstück und das Schreiben meines Reisebericht. Bei einer elftägigen Reise kommt da nämlich, wie Du hier siehst, einiges zusammen. Anschließend stärkte ich mich noch im La Vela für den Ausflug. Knoblauchcreme-Suppe und Pizza mit Champignons standen heute unter anderem auf der Speisekarte. Die Suppe war definitiv nichts für Knoblauchhasser und schmeckte sehr intensiv. Auf der Pizza hätten es ein paar Pilze mehr sein dürfen. Dennoch gefällt mir der Pizzaboden im La Vela, der sehr dünn und knusprig ist.

Dann hieß es Kamera einpacken und los zum Treffpunkt im Bereich Meerleben. Von dort aus wurde ich direkt zum Bus geschickt und wir starteten überpünktlich. Auf der Fahrt erzählte uns unser einheimischer Reiseführer Ibrahim bereits vieles über Agadir und das Leben in Marokko. Die teils holprige Fahrt über marokkanische Landstraßen verging daher schnell und wir erreichten die Stadtmauer von Taroudant.

Nächstes Mal wieder auf eigene Faust

Ein Teil der alten Stadtmauer von Tadourant.
Ein Teil der alten Stadtmauer von Tadourant.

An dieser Stelle merkte ich schnell wieder, warum ich so ungern an diesen Gruppentouren teilnehme. Direkt nach dem Aussteigen zückte einige Mitreißende die Kameras und posierten für Fotos. Im Folgenden setzte sich das fort und es wurden ohne Scharm einheimische fotografiert und relativ ignorant durch die kleinen Gassen gelaufen. Ich bin der Meinung, dass man der Bevölkerung immer Respekt entgegen bringen sollte und sich im öffentlichen Raum eher zurückhaltend verhält. Besonders in Erinnerung blieb mir eine Frau, die extra die Hand vor der Gesicht hielt als sie merkte das ein Herr aus unserer Gruppe die Kamera auf sie richtete und abdrückte. Im Laufe des Rundgangs blockierten einige immer wieder, wenn auch unbewusst, die engen Gassen und posierten wiederum für Fotos.
Aber zurück zu Taroudant selbst. Anders als vielleicht Agadir, merkt man schnell, dass Taroudant eine klassische marokkanische Stadt ist. Geprägt ist sie von vielen alten Wohnhäusern und viel Leben auf den Straßen. Mir gefiel das Treiben und es gab einen Eindruck in das marokkanische Leben. Wer mit dem Schiff in Agadir festmacht, kann sich auf jeden Fall überlegen Taroudant zu besuchen. Im Vergleich zur dreistündigen Fahrt nach Marrakesch ist die Fahrt auch deutlich angenehmer, wenngleich Taroudant natürlich nicht annähernd so groß ist wie Marrakesch. Bei Einbruch der Dunkelheit verabschiedeten wir uns nach gut zwei Stunden auch schon wieder und hatten noch die Chance in einem traditionellen Hotel einen landestypischen Minztee zu probieren.

Abendstimmung in Taroudant.
Abendstimmung in Taroudant.

Tag 8 – 3. Seetag

Den dritten Seetag auf dem Weg nach Gibraltar kann ich an dieser Stelle kurz zusammenfassen:

  • 10:30 Uhr: Aufwachen
  • 11:00 Uhr: Aufstehen und Duschen
  • 11:30 Uhr: Vortrag über Gibraltar
  • 12:15 Uhr: Frühstück und gleichzeitiges Mittagessen
  • 14:00 Uhr: Reisebericht fortführen
  • 17:00 Uhr: Shuffleboard
  • 18:30 Uhr: Abendessen im Atlantik-Klassik
  • 21:30 Uhr: Außenalster Bar
  • 0:00 Uhr: Schlafen

Mein Tag in Gibraltar wurde dafür umso spannender.

Tag 9 – Bei den Berberaffen von Gibraltar

Am Vortag hatte ich mich gemeinsam mit vier weiteren Alleinreisenden für einen gemeinsamen Ausflug in Gibraltar verabredet. Einen konkreten Plan hatten wir nicht, wollten aber alle gerne die Aussicht auf dem Gibraltar Rock erleben.

Perfekte Taxitour

Nach dem Frühstück trafen wir uns um 9:00 Uhr in der Außenalster Bar. Schnell stellte sich heraus, dass keine größere Planung mehr nötig war. Einer aus unserer Gruppe war am frühen Morgen bereits draußen und hat dabei mit einem Taxifahrer gesprochen der eine Tour auf den Berg, inklusive aller Sehenswürdigkeiten anbot. Kurzgesagt war der unser rund dreistündiger Ausflug bereits organisiert. Für uns fünf kostete der Trip 45 € pro Kopf inklusive aller Einrittsgelder. Zum Start unserer Tour mussten wir nur unseren Fahrer anrufen, der uns dann direkt am Kreuzfahrtterminal erwartete. Ein weiterer Fußweg oder gar eine Busfahrt bis zur Seilbahn blieb uns damit erspart. Bei wiedermal perfekten Wetter starten wir dann auch direkt nachdem alle da waren.

Geschichte zum Anfassen

Auf dem Weg zu unserem ersten Zwischenhalt hörten wir bereits viel über Gibraltars Geschichte und die Entwicklungen der letzten Jahre. Die Fahrt führte uns vorbei an der alten Hafenmauer zur 100 Tonnen Kanone.

Die Kanone stammt, genauso wie alle anderen militärischen Anlagen, noch aus einer Zeit in der Gibraltar sich gleich mehrfach angriffen ausgesetzt war. In der Zeit der britischen Besetzung unternahmen die Spanier einige Versuche um die strategische Position Gibraltars zurückzuerobern. Besonders am Fels von Gibraltar war dies immer wieder aufs neue ein schwieriges unterfangen. Die britischen Besatzer nutzen jede Möglichkeit um die Angreifer abzuwehren und profitierten dabei vor allem von der von der Lage des Berges. Alleine Angriffe schlugen fehl. Auch während des zweiten Weltkriegs erlangte Gibraltar wieder eine wichtige Schlüsselrolle und war im Grunde ein einziger Militärstützpunkt. Aus dieser Zeit stammt übrigens auch der Flughafen auf den ich später nochmal zurückkomme. Daher ist das heutige Gibraltar noch von vielen alten Verteidigungsanlagen, wie die 100 ton gun, geprägt. Das kleine Museum an der Kanone gibt einen kleinen Überblick über die Geschichte und den Bau des imposanten Geschützes. Gibraltar ist daher vor allem für Militärinteressierte ein super Reiseziel und trifft damit nicht unbedingt jedermanns Geschmack.

Afrika ganz nah

Der Leuchtturm von Gibraltar.
Der Leuchtturm von Gibraltar.

Nach einem kurzen Fotostop an einem künstlichen Wasserfall stiegen wir dann wieder am Europa Point aus dem Taxi aus. Dies ist der südlichste Punkt von Gibraltar und schnell durch den Leuchtturm und die Ibrahim-al-Ibrahim Moschee zu erkennen. Wenn das Wetter, wie bei uns, mitspielt ist es kein Problem bis nach Marokko zu schauen. Von hier sind es nur etwa 14 Kilometer Luftlinie bis Afrika.

Ein paar Minuten später setzten wir die Fahrt weiter bergauf fort und erreichten nach einigen engen Passagen und Tunneln die Saint Michael´s Cave. Die imposante Tropfsteinhöhle ist definitiv ein Besuch wert. Die Höhle wird durchgehend mit Licht und Musik in Szene gesetzt und verwandelt sie damit in eine faszinierende Welt. Für den Rundgang durch die Höhle nahmen wir uns etwa 20 Minuten Zeit, wir hatten schließlich noch mehr Ziele auf unserer Route.

Vorsicht Berberffen

Das nächste Ziel war dann einige Hundert Meter weiter der noch neue Skywalk Gibraltar. Auf dem Weg dorthin machten wir dann auch erstmals mit den berühmten Berberaffen bekanntschaft. Auf dem gesamten Berg leben mehrere Affengruppen, deren Ursprung nicht zweifelsfrei geklärt ist. Angesichts der täglichen Touristenströme sind sie übrigens alles andere als scheu. Ohne Vorwarnung springen sie auf und auch in die Autos und sind dabei immer auf der Suche nach Futter. Wir wurden von unserem Fahrer bereits eindringlich gewarnt und entschieden uns dafür die Fenster geschlossen zu halten. Zu Essen hatten wir ohnehin nichts dabei. Am Skywalk stiegen wir dann aus und konnten die Berberaffen auch aus nächster Nähe beobachten. Sofern man ihnen keine Aufmerksamkeit schenkt und nicht nichts essbares dabei hat, wird man auch nicht von ihnen beachtet. Angst vor übergriffen muss man also nicht haben.

Einer der Berberaffe mit der Mein Schiff 2 im Hintergrund.
Einer der Berberaffen mit der Mein Schiff Herz im Hintergrund.

Gibraltars neues Highlight

Der Gibraltar Skywalk.
Der Gibraltar Skywalk.

Der Skywalk wurde erst im Frühjahr 2018 eröffnet und bietet einen einmaligen Ausblick in Richtung Osten auf das Mittelmeer. Unter den Glasböden erstreckt sich über 300 Meter Abgrund und ein direkter Blick auf den Sandy Bay, einem kleinen Strand an der Ostküste Gibraltars. Neben den vielen militärischen Sehenswürdigkeiten ist der Skywalk der neue Touristenmagnet auf dem Felsen. Nachdem wir auch diesen Blick genossen hatten hieß es wieder einsteigen und ab zum nächsten Stop, den World War II Tunnels mit dem Military Heritage Center an der Nordseite des Felsens.

Achtung Flugverkehr

Ein Flugzeug von British Airways kurz nach der Landung in Gibraltar. Auf der Straße in der Mitte fließt sonst der Straßenverkehr von und nach Spanien.
Ein Flugzeug von British Airways kurz nach der Landung in Gibraltar. Auf der Straße in der Mitte fließt sonst der Straßenverkehr von und nach Spanien.

Direkt am Eingang zum Tunnelsystem bietet sich ein einmaliger Blick Richtung Norden mit dem Flughafen von Gibraltar und der Grenze zu Spanien. In der Ferne zeichnen sich außerdem einige Berge ab. Nun ist es auch Zeit auf den Flughafen zu sprechen zu kommen, denn direkt bei unserer Ankunft erlebten wir etwas, das es nur wenige Male am Tag zu beobachten gibt. Ein Flugzeug von British Airways befand sich im Anflug und rechtzeitig senkten sich die Schranken an der Straße, die direkt über die Landebahn führt und die einzige Verbindung nach Spanien ist. Wenn gerade kein Flieger angekündigt ist, fließt der Verkehr ganz normal von Norden nach Süden und umgekehrt. Bei jedem Start und jeder Landung wird die Straße für einige Minuten gesperrt. Das muss man mal gesehen haben.

Nicht weniger sehenswert sind aber auch die Tunnel die sich auf mehrere Kilometer Länge durch den Rock of Gibraltar erstrecken. Die einzelnen Gänge wurde nach und nach seit dem Ende des 18. Jahrhunderts geschaffen und dienten noch während des zweiten Weltkriegs als Unterschlupf und Schutz für die stationierten Soldaten. Heute sind Teile des Tunnels begehbar und von einer Ausstellung über die Geschichte begleitet. Wer ganz tief in den Tunnel eindringen möchte, sollte sich auf einige Höhenmeter gefasst machen. Wir beschränkten uns bei unserem Besuch auf die ersten 300 Meter und genossen lieber den Ausblick durch einige der Schießscharten.

Den letzten Halt auf unserer Rundtour machten wir dann beim Moorish Castle, dass nur die Spitze einer größeren Verteidigungsanlage ist. Von der kleinen Burg hatten wir zum Abschluss nochmal einen perfekten Blick auf die Mein Schiff Herz im Hafen von Gibraltar.

Das war dann auch der gelungene Abschluss unserer Fahrt durch die Geschichte und Natur von Gibraltar. Für kleine Gruppen ist so eine Taxitour eine schöne, komfortable und schnelle Möglichkeit Gibraltar zu entdecken. Pünktlich zum Mittagessen waren wir dann wieder zurück am Schiff.

Zollfrei shoppen

Der Casemates Square in Gibraltar.
Der Casemates Square in Gibraltar.

Am Nachmittag machte ich dann noch einen kleinen Spaziergang durch die Innenstadt von Gibraltar. Denn auch Shoppingfans kommen dank Zollfreiheit auf ihre Kosten und können das ein oder andere Schnäppchen ergattern. In der Main Street, der Fußgängerzone, gibt es einige kleine Geschäfte die zum bummeln einladen. Ich beließ es an dieser Stelle beim Spazieren und Fotografieren und konnte auf einen perfekten Tag in Gibraltar zurückblicken. Im Nachhinein war dieser Tag der beste der Reise. 

Tag 10 – 4. Seetag

Einer meiner Lieblingsplätze an Bord der Mein Schiff 2: Die Hängematten auf Deck 14.
Einer meiner Lieblingsplätze an Bord der Mein Schiff Herz: Die Hängematten auf Deck 14.

Habe ich schonmal erwähnt, dass sich Seetage gerade zu anbieten sich durch das kulinarische Angebot zu schlemmen? Am vierten Seetag war auf jeden Fall nochmal ausgiebig Zeit zum Schlemmen.

Der Tag startete nämlich schon mit einem Kaviarfrühstück im Atlantik-Klassik. Am Morgen ist das Restaurant in zwei Bereiche, einem mit Buffet und einem à la carte Bereich, aufgeteilt. Vom Angebot unterscheidet es sich dennoch nicht wirklich vom Anckelmannsplatz. Durch die Bedienung am Tisch ist das Frühstück allerdings deutlich entspannter.

Eigene Pastakreation zum Mittag

Kulinarisch ging es dann am Mittag mit einem weiteren Besuch im La Vela auf Deck 11 weiter. Nachdem ich in den Vortagen schon Pizza gegessen hatte, prbierte ich dieses Mal die Pastastation aus. Hier kann man sich die Wunschnudeln nach Wahl mit Gemüse, Fleisch oder Fisch und einer passenden Soße zubereiten lassen. Innerhalb weniger Minuten bekommt man so ein individuelles Nudelgericht. Da es das Wetter anbot, setzte ich mich zum Essen dann nach draußen und ließ den Blick beim Essen in die Ferne schweifen. Entspannter als mit dem Meeresrauschen und dem Ausblick kann man kaum auf einem Schiff essen. Und lecker war meine Gnocchi-Bolognese Komposition im übrigen auch.

Wem das dann immer noch nicht reicht, der geht Nachmittags einfach zum Anckelmannsplatz und bedient sich am Kuchenbuffet. Ich entschied mich aber nicht für Torte sondern für eine frische Waffel mit etwas Rote Grütze. Hunger ließ ich so an unserem letzten Seetag auf jeden Fall nicht aufkommen. Gegen 18:30 Uhr ging ich schließlich schon wieder ins Atlantk-Klassik, wo wieder einmal ein Fünf-Gänge-Menü auf mich wartete.

Käsebuffet im Atlantik-Klassik

Zu allem Überfluss war es heute auch noch Zeit für das berühmte und beliebte Käsebuffet, dass es auf jeder Reise mit der Mein Schiff-Flotte einmal gibt. Von Parmesan bis Feta bot das abwechslungsreiche Buffet jede Menge Auswahl und reichlich Gelegenheit zum Probieren neuer Käsesorten. Nebenbei verging so die Zeit bis zur Vorspeise wie im Flug. Ich stellte mir folgendes Menü zusammen:

  • Vorspeise: Gemüseterrine mit Lammfilet und Kräuter-Vinaigrette
  • Suppe: Bouillon mit Kaiserschöberl
  • Zwischengericht: Jakobsmuschel auf Blattspinat, gratiniert mit Hollandaise und Parmesan
  • Hauptspeise: Gebratene Perlhuhnbrust mit Cassis auf einer Variation von Blumenkohl
  • Dessert: Marmorierte Schokoladen-Mousse mit marinierten Chilikirschen und Sauerrahmeis

Es war lecker wie immer und besonders gefällt mir die Möglichkeit sein ganz eigenes Menü zusammenstellen. Neben ein paar Standardspeisen die es jeden tag gibt, lassen sich das klassische Menü, das Vegane Menü und das Ganz Schön Gesund Menü beliebig kombinieren. Wem das nicht reicht, der kann auch zum Beispiel mehrere Zwischengerichte bestellen und wenn etwas besonders lecker war nochmal nachordern. Andersherum kann man auch einzelne Gänge überspringen. Bei fünf Gängen sollte man auch zwei Stunden für das Essen einplanen. Auf Wunsch werden die einzelnen Gänge aber auch schneller serviert.

Wie es sich für einen kulinarischen Tag gehört, ließ ich den Abend dann mit einer Currywurst vom Cliff 24 Grill ausklingen und schaute noch etwas Fußball auf der Kabine. So war ich dann ausgeruht für den nächsten Tag in Barcelona wo ich eine größere Wanderung geplant hatte.

Tag 11 – Barcelona erobert

Während die meisten noch in den Betten lagen, erreichten wir an unserem letzten Reisetag die katalanische Metropole Barcelona. Da ich bereits im Vorjahr mit der AIDAperla in Barcelona festgemacht hatte, kannte ich bereits einige interessante Ecken der Stadt und beschloss noch einmal richtig aktiv zu werden.

Mein Tagesziel konnte ich bereits vom Außendeck sehen. Es war der 185 Meter hohe Berg MontjuÏc mit dem Schloss MontjuÏc ganz oben. Im Jahr zuvor war bereits einmal ganz in der Nähe als ich das Olympiagelände mit dem Fahrrad erkundet hatte. Im Gegensatz dazu waren heute vor allem meine Füße gefragt. Gut 250 Treppenstufen und die besagten knapp 180 Höhenmeter lagen vor mir. Deshalb startete ich auch bereits früh und machte mich nach dem Frühstück gegen 9:30 Uhr auf den Weg.

Der Ausblick entschädigt

Die passende Route hatte ich mir am Morgen bei Google Maps angeschaut. Obwohl der Berg so nah erscheint ist doch ein Umweg erforderlich, sodass die Strecke bis nach oben knapp drei Kilometer betrug. Wer etwas weniger Laufen möchte kann auch mit einem Shuttlebus bis in Zentrum fahren und dort entweder auf einen Bus oder in die Hafenseilbahn umsteigen. Eine gute halbe Stunde später erreichte ich aber auch zu Fuß mein erstes Zwischenziel, die Aussichtsplattform am Hotel Miramar. Die ersten 150 Treppenstufen hatte ich inzwischen schon gemeistert. Angesichts des Zustands des Weges scheint dieser aber eher selten von Touristen genutzt zu werden. Bei Regen wird es vermutlich etwas matschig. Da aber auch für den Tag in Barcelona bis zu 18 Grad und Sonne angekündigt waren, war der Weg gut begehbar. Aufgrund der Treppen und der Höhenmeter ist es aber definitiv nur etwas für leidenschaftliche Wanderer. Der Ausblick von verschiedenen Stellen entschädigt aber auf jeden Fall für die Strapazen.

Von der Aussichtsplattform muss man dann nur noch der Straße bergauf folgen oder man steigt hier auf die zweite Seilbahn Barcelonas um. Die relativ kurze Fahrt bringt einen direkt bis zum Schloss am Gipfel des Berges. Ich sparte mir auch diese, ging zu Fuß weiter und erreichte das Schloss eine Viertelstunde später.

Der Blick vom MontjuÏc auf die Mein Schiff 2 in Barcelona.
Der Blick vom MontjuÏc auf die Mein Schiff Herz in Barcelona.

Das Schloss lässt sich besichtigen und beinhaltet ein kleines Museum. Da ich nicht so viel Zeit verbringen wollte, ging ich nicht hinein sondern ein paar Meter entlang der Mauer Richtung Hafen. Hier gibt es nämlich einen schönen Aussichtspunkt von dem man das komplette Kreuzfahrtterminal überblicken kann. Wer noch weiter gehen möchte, kann das Schloss auch auf einem Fußweg umrunden. Zwischen Schloss und dem Olympiagelände befindet sich zum Beispiel auch noch ein botanischer Garten. Statt noch weiter zu Laufen, machte ich die obligatorischen Fotos und setzte meinen Fußweg fort. Ich hatte noch ein zweites Ziel auserkoren, den Mercat de la Boqueria.

Barcelonas berühmte Markthalle

Auf dem Mercat de la Boqueria ist besonders am Samstag viel los.
Auf dem Mercat de la Boqueria ist besonders am Samstag viel los.sdr

Bis ich an der berühmten Markthalle mitten im Zentrum ankam, verging allerdings eine weitere halbe Stunde. Zum Glück meist bergab. Pünktlich zur Rush Hour am Mittag hatte ich es dann geschafft. In den meist schmalen Durchgängen zwischen den Ständen war das Durchkommen nicht ganz einfach. Kein Wunder, es war schließlich Samstag und der Mercat de la Boqueria liegt direkt an der zentralen Einkaufsstraße La Rambla. Der Markt ist nicht nur ein beliebter Einkaufsort für Einheimische, sondern auch eine der vielen Touristenattraktionen Barcelonas. Auch ich konnte beim Anblick der frischen Früchte & Co. nicht widerstehen. Kurzerhand gönnte ich mir als Mittagssnack einen Becher Granatapfelkerne und nahm mir eine echte spanische Salami für Zuhause mit. Etwas gestärkt machte ich mich dann auf den nochmal drei Kilometer langen Rückweg zum Schiff. Am Ende des Tages hatte ich damit fast elf Kilometer zu Fuß zurückgelegt, laut meinem Handy waren es rund 27.000 Schritte. Ein langer Weg, der sich aber gelohnt hat. Zeit zum Füße hochlegen gab es in den nächsten Tagen zu Hause schließlich zu Genüge.

Wohlfühlclub

Zum Abschluss meiner Reise hatte ich nur noch eins zu erledigen. Ich hatte schon seit Beginn der Reise einen Umschlag mit zwei Gutscheinen auf meiner Kabine liegen. Grund das für ist das Stammkundenprogramm von TUI Cruises. Ab der dritten Reise erhält man nämlich verschiedene Gutscheine, die mit zunehmender Anzahl der Reise ebenfalls steigt. Ich kam das erste Mal in den Genuss dieser Gutscheine und konnte mir an der TUI Bar zwei hausgemachte Pralinen und an der Blaue Welt Bar einen Champagner bzw. einen Champagner-Cocktail abholen. Wer noch häufiger unterwegs war, kommt unter anderem in den Genuss von weiteren Gutscheinen (z.B. SPA-Behandlungen) oder exklusive Events wie eine Küchenführung oder ein Besuch beim Kapitän auf der Brücke. Für mich reichten diese kleinen Präsente um die Reise gemütlich ausklingen zu lassen. Auf meiner Kabine erwartete mich an diesem Abend obendrein noch ein Schoko-Nikolaus.

Weihnachtsgrüße von Bord der Mein Schiff 2.
Weihnachtsgrüße von Bord der Mein Schiff Herz.

Am nächsten Morgen hieß es dann Abschied nehmen und Weihnachten stand bereits vor der Tür.